UID-Nummer Schweiz: Was sie ist und wie du an deine kommst
Die UID-Nummer (CHE-123.456.789) musst du in der Regel gar nicht beantragen. Wie du sie bekommst, im Register prüfst und warum sie deine MWST- und HR-Nummer ist.
Kaum eine Nummer sorgt bei Neugründern für so viel Stirnrunzeln wie die UID. Muss ich die irgendwo beantragen? Ist das jetzt meine MWST-Nummer oder etwas anderes? Und warum steht auf dem einen Dokument «CHE-123.456.789 HR» und auf dem nächsten dieselbe Zahl mit «MWST» dahinter?
Die Entwarnung gleich vorweg: In den meisten Fällen musst du dich um die UID-Nummer gar nicht aktiv kümmern. Sie kommt von selbst. Was sie genau ist, wie du sie bekommst und wie du sie richtig einsetzt, klären wir hier – ohne Behördendeutsch.
Was die UID überhaupt ist
UID steht für Unternehmens-Identifikationsnummer. Sie ist die eine eindeutige Kennung, an der jede Firma in der Schweiz erkannt wird – vom Einzelunternehmen über den Verein bis zur AG. Eingeführt wurde sie 2011, verwaltet wird sie vom Bundesamt für Statistik.
Der Aufbau ist immer gleich:
CHE-123.456.789
Drei Buchstaben (CHE für die Schweiz), dann neun Ziffern in Dreierblöcken. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer – ein kleiner mathematischer Trick, der Zahlendreher beim Abtippen auffliegen lässt. Mehr steckt nicht dahinter. Die Nummer verrät weder deine Branche noch deinen Kanton noch dein Gründungsjahr. Sie ist einfach ein eindeutiges Etikett.
Und sie bleibt. Egal ob du umziehst, die Firma umbenennst oder von der Einzelfirma zur GmbH wechselst – der Zahlenkern wandert mit dir mit.
Du musst sie (fast immer) nicht beantragen
Das ist der Punkt, an dem die meisten unnötig Zeit verlieren: Sie suchen nach einem Antragsformular für die UID. Das brauchst du in der Regel nicht. Die Nummer wird automatisch erzeugt, sobald du das erste Mal offiziell mit einer Behörde in Kontakt trittst.
Konkret passiert das bei einem dieser drei Vorgänge:
- Eintrag ins Handelsregister – bei GmbH und AG immer, bei der Einzelfirma ab CHF 100'000 Umsatz.
- Anmeldung bei der MWST – die Eidgenössische Steuerverwaltung teilt dir dabei eine UID zu, falls du noch keine hast.
- Anmeldung bei der Ausgleichskasse – wenn du dich als selbständig erwerbend erfassen lässt.
Wer als Einzelunternehmer ohne Handelsregistereintrag startet und (noch) nicht MWST-pflichtig ist, stösst meist über die Anmeldung bei der Ausgleichskasse das erste Mal auf seine UID. Du bekommst sie dann schriftlich – im Handelsregisterauszug, im Brief der Steuerverwaltung oder in der Bestätigung der Ausgleichskasse.
Kosten? Keine. Die UID selbst ist gratis. Bezahlen musst du höchstens den auslösenden Vorgang, etwa die Handelsregistergebühr von CHF 200 bis 400.
UID, MWST-Nummer, HR-Nummer – das ist alles dieselbe Zahl
Hier liegt das grösste Missverständnis. Viele glauben, sie hätten drei verschiedene Nummern: eine für die Mehrwertsteuer, eine fürs Handelsregister, eine fürs Statistikamt. Früher stimmte das auch. Heute nicht mehr.
Seit der Umstellung basieren alle drei auf derselben UID. Was sich ändert, ist nur der Zusatz dahinter:
| Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|
| CHE-123.456.789 | die reine UID (Bundesamt für Statistik) |
| CHE-123.456.789 HR | dieselbe Firma, im Handelsregister eingetragen |
| CHE-123.456.789 MWST | dieselbe Firma, mehrwertsteuerpflichtig |
Stell dir den Zahlenkern als Stamm vor, von dem die «HR»- und «MWST»-Äste abgehen. Deine MWST-Nummer ist also keine neue Nummer, die du dir merken müsstest – es ist deine UID mit drei Buchstaben dran. Die alte, sechsstellige MWST-Nummer von vor 2014 gibt es nicht mehr.
Auch im Warenverkehr über die Grenze taucht die UID wieder auf: Sie ist die Basis für deine Registrierung beim Zoll. Für reine Inland-Dienstleister ist das aber Nebensache.
Wenn du gerade noch zwischen den Rechtsformen abwägst, lohnt sich vorher ein Blick auf den Vergleich Einzelfirma und GmbH – das beeinflusst auch, wann und wie deine UID ins Spiel kommt.
So prüfst du eine UID im Register
Das ganze System ist öffentlich. Unter uid.admin.ch betreibt der Bund ein Register, in dem du jede Firma nachschlagen kannst. Gratis, ohne Anmeldung.
So gehst du vor:
- Öffne uid.admin.ch.
- Gib entweder die UID direkt ein oder, falls du sie nicht hast, den Firmennamen.
- Du siehst Name, Adresse, den Status sowie ob die Firma im Handelsregister steht und MWST-pflichtig ist.
Der Status ist dabei das Spannende. Steht eine Firma auf «aktiv», existiert sie ordentlich. Steht sie auf «gelöscht», ist der Betrieb eingestellt – ein Warnsignal, bevor du in Vorleistung gehst. Genau dafür ist das Register im Alltag Gold wert: Bevor du einem neuen Kunden einen grösseren Auftrag auf Rechnung lieferst, schaust du in zehn Sekunden nach, ob die Firma überhaupt noch besteht. Bei grösseren Engagements ergänzt du das sinnvoll mit einer Betreibungsauskunft.
Wo deine UID hingehört
Sobald du MWST-pflichtig bist, ist die Sache nicht mehr freiwillig: Deine UID mit dem Zusatz «MWST» muss auf jede Rechnung. Fehlt sie, gilt der Beleg formell als unvollständig – und dein Kunde kann die Vorsteuer nicht sauber abziehen. Das gibt unnötigen Ärger.
Aber auch ohne MWST-Pflicht macht es einen guten Eindruck, die Nummer aufzuführen. Sie signalisiert, dass hinter dir eine richtige, überprüfbare Firma steht. Sinnvoll ist sie an diesen Stellen:
- auf Rechnungen und Quittungen (bei MWST-Pflicht zwingend mit «MWST»)
- auf Offerten und in Verträgen
- in der E-Mail-Signatur und auf Geschäftsbriefen
- im Impressum deiner Website, gerade im Onlinehandel
Wenn du deine Belege ohnehin neu aufsetzt, schau dir gleich an, wie du eine normkonforme QR-Rechnung erstellst – dort gehört die UID an einen festen Platz.
Die häufigsten Stolpersteine
Falsche Schreibweise. CHE, Bindestrich, dann Punkte zwischen den Dreierblöcken. Wer die Punkte weglässt oder den Bindestrich vergisst, riskiert, dass die Prüfziffer-Logik nicht greift und die Nummer bei automatischen Abgleichen abgelehnt wird.
MWST-Zusatz vergessen. Auf der Rechnung muss «MWST» dran, sobald du steuerpflichtig bist. Die nackte UID reicht nicht.
Daten nicht nachgeführt. Ziehst du um oder benennst die Firma um, ändert sich die UID zwar nicht – aber die hinterlegten Stammdaten musst du melden. Bei Handelsregister-Firmen läuft das über die Mutationsmeldung ans kantonale Amt, von wo die Angaben automatisch ins UID-Register fliessen. Veraltete Adressen im Register führen sonst zu Missverständnissen im Geschäftsverkehr.
UID mit der MWST-Pflicht verwechseln. Eine UID zu haben heisst nicht, MWST-pflichtig zu sein. Das eine ist nur ein Etikett, das andere hängt an deinem Umsatz. Ab wann die Pflicht greift, steht im Artikel zur MWST-Pflicht in der Schweiz.
Weiterführende Artikel
- Selbständig machen in der Schweiz: der komplette Guide
- Einzelfirma gründen Schweiz
- Handelsregistereintrag Schweiz: Ablauf und Kosten
- MWST-Anmeldung Schweiz: Schritt für Schritt
- Buchhaltung für Selbständige
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Ich habe meine UID verloren – wie finde ich sie wieder?
Am schnellsten über uid.admin.ch: Firmennamen eingeben, fertig. Alternativ steht die Nummer auf deinem Handelsregisterauszug, auf Schreiben der Steuerverwaltung und auf der Korrespondenz mit der Ausgleichskasse.
Gilt eine UID auch für Vereine und Stiftungen?
Ja. Jede rechtliche Einheit, die in der Schweiz wirtschaftlich aktiv ist, bekommt eine UID – auch Vereine, Stiftungen und Behörden. Die Logik ist überall dieselbe.
Was ist der Unterschied zwischen UID und Handelsregisternummer?
Es gibt keinen mehr im eigentlichen Sinn. Im Handelsregister wird deine Firma heute über die UID identifiziert, ausgewiesen mit dem Zusatz «HR». Eine separate, davon abweichende HR-Nummer existiert für neue Einträge nicht.
Brauche ich für eine Website oder einen Online-Shop zwingend eine UID?
Eine UID hast du automatisch, sobald du als Firma registriert bist. Im Impressum eines Schweizer Online-Shops gehört sie dazu und schafft Vertrauen. Pflicht zur MWST-Ausweisung wird sie erst, wenn du mehrwertsteuerpflichtig bist.
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