UVG Schweiz Selbständige 2026: Unfallversicherungsgesetz für Freelancer
UVG Schweiz Selbständige 2026: Was gilt für Selbständige beim Unfallversicherungsgesetz? SUVA, freiwillige Versicherung, Tarife & was bei Nichtversicherung passiert.
Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) schützt Arbeitnehmer in der Schweiz umfassend – aber Selbständige stehen ausserhalb. Hier erfährst du, was das konkret bedeutet und wie du die Lücke schliesst.
Was ist das UVG?
Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) regelt die obligatorische Unfallversicherung für Arbeitnehmer in der Schweiz. Arbeitgeber sind verpflichtet, alle Angestellten bei der SUVA oder einer zugelassenen privaten Versicherung zu versichern.
Zwei Risiken werden gedeckt:
- Berufsunfälle (BU): Unfälle am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg
- Nichtberufsunfälle (NBU): Alle anderen Unfälle (Sport, Freizeit, zu Hause)
Finanzierung:
- Berufsunfall-Prämie: Trägt der Arbeitgeber
- Nichtberufsunfall-Prämie: Trägt der Arbeitnehmer (vom Lohn abgezogen)
Selbständige und das UVG: Der Ausschluss
Als Selbständiger bist du weder BU noch NBU obligatorisch versichert.
Was das bedeutet:
- Kein Taggeld bei Erwerbsausfall durch Unfall
- Keine Invalidenrente aus UVG bei bleibender Einschränkung
- Heilungskosten nur über Krankenkasse (mit Franchise und 10% Selbstbehalt)
- Keine Hinterlassenenrente für deine Familie aus UVG
Ausnahme – Dual-Status: Wer neben seiner Selbständigkeit auch bei einem Arbeitgeber angestellt ist (≥8h/Woche), ist über diesen Arbeitgeber für NBU versichert. Dann übernimmt die Krankenkasse keine Unfallkosten mehr.
Was deckt die Krankenkasse bei Selbständigen?
Ohne UVG-Versicherung übernimmt die Krankenkasse Unfälle – aber eingeschränkt:
Gedeckt:
- Arztkosten nach Franchise (CHF 300 Standard) + 10% Selbstbehalt (max. CHF 700/Jahr)
- Spitalkosten (allgemeine Abteilung)
- Medikamente
Nicht gedeckt:
- Taggelder / Erwerbsausfall
- Langfristige Invalidenrente
- Hinterlassenenrente
Wichtig: Stelle sicher, dass deine Krankenkasse Unfälle einschliesst (kein "Unfall-Ausschluss" in deiner Police). Bei manchen Kassen muss das explizit aktiviert sein.
Freiwillige UVG-Versicherung bei der SUVA
Selbständige können sich gemäss Art. 4 UVG freiwillig bei der SUVA versichern.
Leistungen (identisch zu Pflichtversicherung)
| Leistung | Details |
|---|---|
| Heilungskosten | 100% ohne Franchise |
| Taggeld | 80% des versicherten Lohns, ab 3. Tag |
| Invalidenrente | 80% bei Vollerwerbsunfähigkeit |
| Integritätsentschädigung | Bei bleibendem Körperschaden |
| Hinterlassenenrente | 40% (Partner) + 15% pro Kind |
Versicherter Lohn
- Minimum: CHF 22'680 (Eintrittsschwelle)
- Maximum: CHF 148'200 (2026)
- Empfehlung: So versichern wie dein tatsächliches Nettoeinkommen
Prämien nach Risikoklasse
| Tätigkeit | Risikoklasse | Prämie (CHF 80k Lohn) |
|---|---|---|
| Büro, Beratung, IT | 1 (gering) | ~CHF 90–120/Mt |
| Detailhandel, Gastronomie | 2–3 (mittel) | ~CHF 130–200/Mt |
| Handwerk, Bau | 4–5 (hoch) | ~CHF 200–350/Mt |
Antrag stellen
- Formular "Freiwillige Versicherung" bei SUVA anfordern (www.suva.ch)
- Tätigkeit und geschätzten Jahreslohn angeben
- SUVA prüft und setzt Risikoklasse fest
- Police gilt ab vereinbartem Datum
Private Unfallversicherung als Alternative
Private Versicherer bieten oft flexiblere Lösungen:
| Versicherer | Vorteil |
|---|---|
| AXA | Kombination mit Berufsunfähigkeit möglich |
| Zürich Versicherung | Höhere Deckungssummen (über CHF 148'200) |
| Helsana | Integriert in Zusatzversicherungsmodell |
| Allianz | Internationale Deckung |
Vorteil privat gegenüber SUVA:
- Kein Lohnmaximum (CHF 148'200 SUVA-Limit entfällt)
- Oft höhere Taggelder wählbar
- Kombinierbar mit anderen Risiken
Vorteil SUVA:
- Staatlich garantiert
- Günstig im Verhältnis zur Leistung
- Bewährter Prozess bei Schadenabwicklung
Hybridlösung: SUVA + Taggeld-Versicherung
Die SUVA deckt Unfälle, aber nicht Krankheit. Eine Taggeldversicherung ergänzt:
| Risiko | Absicherung |
|---|---|
| Unfall | SUVA freiwillig |
| Krankheit | Private Taggeldversicherung |
| Langzeit-Invalidität | IV + UVG-Rente |
Kosten Taggeldversicherung: CHF 100–250/Monat (abhängig von Wartefrist und Höhe).
Wartefrist wählen:
- 30 Tage: Teurer, aber sofortiger Schutz
- 90 Tage: Günstiger, du trägst die ersten 3 Monate selbst
- 180 Tage: Am günstigsten, nur Langzeitschutz
Praktische Entscheidungshilfe
Minimallösung (günstiger Schutz):
- Krankenkasse mit Unfall-Deckung prüfen
- Notfallfonds aufbauen (3–6 Monate Ausgaben)
Standardlösung (empfohlen für die meisten):
- Freiwillige SUVA-Versicherung (BU + NBU)
- Taggeldversicherung bei Krankheit (90 Tage Wartefrist)
- Monatliche Kosten: CHF 150–300
Optimallösung (Hochrisiko-Tätigkeiten oder Familie):
- SUVA oder private Unfallversicherung
- Taggeld kurze Wartefrist (30 Tage)
- Invaliditätsversicherung
- Monatliche Kosten: CHF 300–600
Fazit
Das UVG gilt nicht für Selbständige – die Absicherungslücke ist real. Ein einziger schwerer Unfall kann ohne Versicherung zur finanziellen Katastrophe werden. Die freiwillige SUVA-Versicherung ist für die meisten Selbständigen die einfachste und günstigste Lösung.
Checkliste Minimalschutz:
- Krankenkasse: Unfälle eingeschlossen?
- Freiwillige SUVA: Offerte angefordert?
- Taggeldversicherung: Krankheitsschutz vorhanden?
- Notfallfonds: 3 Monatslöhne gespart?
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und von der Redaktion geprüft.
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