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Unfallversicherung Selbständige Schweiz 2026: UVG, NBU & Kosten erklärt

Unfallversicherung für Selbständige Schweiz 2026: Bist du UVG-pflichtig? Unterschied UVG/NBU, Kosten, freiwillige Versicherung & was passiert wenn du nicht versichert bist.

Redaktion··4 Min. Lesezeit

Selbständige fallen durch das Netz: Das obligatorische UVG für Arbeitnehmer gilt für dich nicht. Was das bedeutet, welche Lücken entstehen und wie du dich optimal absicherst – dieser Guide erklärt alles.

Das UVG und warum es für Selbständige nicht gilt

Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) verpflichtet alle Arbeitgeber, ihre Angestellten gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle zu versichern. Als Selbständiger hast du keinen Arbeitgeber – du bist also nicht UVG-pflichtversichert.

Was bedeutet das konkret?

  • Kein automatisches Taggeld bei unfallbedingtem Arbeitsausfall
  • Keine Invalidenrente aus UVG
  • Heilungskosten nur über die Krankenkasse (mit Franchise und Selbstbehalt)
  • Bei schwerem Unfall: massive finanzielle Lücke

Was deckt die Krankenkasse bei Unfällen?

Wenn du als Selbständiger nicht anderweitig unfallversichert bist, deckt die Krankenkasse Nichtberufsunfälle – aber mit Einschränkungen:

Gedeckt durch Krankenkasse:

  • Arztkosten, Spitalaufenthalt (nach Franchise und 10% Selbstbehalt)
  • Medikamente, Rehabilitation
  • Zahnarztkosten nur bei Unfallschäden

Nicht gedeckt durch Krankenkasse:

  • Taggelder (Erwerbsausfallentschädigung)
  • Invalidenrente
  • Hinterlassenenrente für Familie

Wichtig: Aktiviere den "Unfall"-Zusatz bei deiner Krankenkasse. Manche Kassen schliessen Unfälle automatisch aus bei UV-versicherten Arbeitnehmern – als Selbständiger muss dies eingeschlossen sein.

Freiwillige Unfallversicherung: Deine Optionen

Option 1: Freiwillige SUVA-Versicherung (Art. 4 UVG)

Selbständige können sich direkt bei der SUVA analog zu Arbeitnehmern versichern.

Leistungen:

  • Heilungskosten (ohne Franchise und Selbstbehalt)
  • Taggeld: 80% des versicherten Lohns ab Tag 3
  • Invalidenrente: bis 80% des versicherten Lohns
  • Hinterlassenenrente: 40% (Witwe) + 15% pro Kind

Versichertes Einkommen: Maximal CHF 148'200 (2026)

Kosten Beispiel (Bürotätigkeit, CHF 80'000 Jahreslohn):

  • Berufsunfall: ca. CHF 50/Monat
  • Nichtberufsunfall: ca. CHF 50/Monat
  • Total: ca. CHF 100/Monat

Kosten Beispiel (Handwerk, CHF 80'000 Jahreslohn):

  • Berufsunfall: ca. CHF 150/Monat (höhere Risikoklasse)
  • Nichtberufsunfall: ca. CHF 50/Monat
  • Total: ca. CHF 200/Monat

Option 2: Private Unfallversicherung

Verschiedene private Versicherer bieten Unfallversicherungen für Selbständige an:

VersichererBesonderheit
AXAKombinierbar mit Berufsunfähigkeitsversicherung
ZurichHohe Deckungssummen, individuelle Anpassung
HelsanaIntegriert in Zusatzversicherungsmodell
HelvetiaKMU-Pakete mit Unfalldeckung

Vorteil privater Versicherung:

  • Oft höhere Deckungssummen als SUVA (CHF 148'200 Limit)
  • Flexiblere Leistungsgestaltung
  • Kombination mit anderen Risiken möglich

Option 3: Taggeldversicherung ergänzen

Unabhängig von der Unfallversicherung solltest du eine Taggeldversicherung bei Krankheit prüfen. Die meisten Unfallversicherungen zahlen nur bei Unfällen – bei Krankheit (Burnout, Herzinfarkt etc.) hast du sonst keine Absicherung.

Was ist bei einem Unfall zu tun?

Ohne freiwillige UVG-Versicherung:

  1. Arzt aufsuchen
  2. Krankenkasse benachrichtigen (Unfallschaden melden)
  3. Franchise und Selbstbehalt selbst tragen
  4. Erwerbsausfall selbst auffangen (keine Taggeldleistung)

Mit freiwilliger SUVA-Versicherung:

  1. Arzt aufsuchen (Unfallschein ausfüllen lassen)
  2. SUVA direkt kontaktieren
  3. Schadenformular einreichen
  4. Taggeld ab Tag 3 (80% des versicherten Lohns)

Kostenvergleich: Versichert vs. unversichert

Szenario: Knochenbruch mit 4 Wochen Arbeitsausfall (CHF 80'000 Jahreslohn)

SituationKosten ohne VersicherungKosten mit SUVA
Spitalaufenthalt CHF 5'000CHF 3'350 (nach KK)CHF 0
Arbeitsverlust 4 WochenCHF 6'154CHF 0 (Taggeld 80%)
Physio, RehabilitationCHF 1'500CHF 0
TotalCHF 11'004CHF 0
Versicherungsprämie 1 JahrCHF 0CHF 1'200

Fazit: Eine freiwillige Unfallversicherung amortisiert sich bei einem einzigen mittelschweren Unfall.

Empfehlung nach Tätigkeitsbereich

Büro / IT / Beratung (geringes Risiko):

  • SUVA freiwillig für Basisschutz
  • Zusätzlich Taggeldversicherung bei Krankheit
  • Kosten: CHF 100–150/Monat

Handwerk / Bau / Gastronomie (hohes Risiko):

  • SUVA freiwillig (obligatorisch empfohlen)
  • Erweiterte Deckung via privaten Versicherer
  • Kosten: CHF 200–400/Monat

Gemischte Tätigkeit:

  • Je nach Hauptrisiko; Beratung holen

Steuerliche Behandlung

Unfallversicherungsprämien als Selbständiger sind vollständig als Geschäftsausgabe abzugsfähig, wenn es sich um eine berufliche Unfallversicherung handelt.

Private NBU-Prämien können unter Versicherungsabzüge in der Steuererklärung geltend gemacht werden (bis zu bestimmten Grenzen je Kanton).

Fazit

Als Selbständiger bist du bei Unfällen ohne aktives Zutun schlecht abgesichert. Eine freiwillige Unfallversicherung – sei es über die SUVA oder einen privaten Versicherer – kostet CHF 100–300/Monat und schützt dich vor existenziellen Risiken.

Nächste Schritte:

  1. Prüfen ob Krankenkasse Unfälle einschliesst
  2. Offerte bei SUVA für freiwillige Versicherung einholen
  3. Alternativ: Vergleich bei privatem Versicherer
  4. Kombination mit Taggeldversicherung (Krankheit) prüfen

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und von der Redaktion geprüft.

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