Selbständig als Virtual Assistant in der Schweiz: Guide 2026
Selbständig als Virtual Assistant in der Schweiz: Wie du als VA startest, was du verdienst, welche Leistungen gefragt sind und wie du Kunden findest.
Virtual Assistant ist einer der zugänglichsten Einstiege in die Selbständigkeit. Du brauchst keinen Abschluss, kein Startkapital, kein Büro. Nur einen Computer, Internetverbindung und die Bereitschaft, für Kunden nützlich zu sein.
Was ist ein Virtual Assistant?
Ein VA macht für Kunden das, wofür sie keine Zeit haben — remote. Das kann sehr unterschiedlich sein:
Administrative Tätigkeiten:
- E-Mail-Management und -beantwortung
- Terminplanung und Kalender
- Reisebuchungen
- Dokumente erstellen und formatieren
Digitale Aufgaben:
- Social-Media-Planung und -posting
- Kundenkorrespondenz
- Datenbankpflege und CRM
- Online-Recherchen
Spezialisierte Aufgaben:
- Buchhaltungsunterstützung
- Projektmanagement (Asana, Trello, Notion)
- Content-Erstellung
- Kundenservice per Chat/E-Mail
Je mehr du dich spezialisierst, desto mehr kannst du verlangen.
Schritt für Schritt zum VA-Business
1. Leistungsangebot definieren
Überleg dir: Was kannst du gut? Was macht dir Spass? Mit welchen Tools kennst du dich aus?
Gute Startpunkte:
- E-Mail und Kalender-Management (jeder Unternehmer kämpft damit)
- Social Media (gut für Instagram-erfahrene)
- Buchhaltungsunterstützung (MWST-Abrechnungen, Belege)
2. AHV anmelden
Ab dem ersten Franken Einkommen als Selbständige musst du dich bei der AHV-Ausgleichskasse anmelden.
3. Stundensatz festlegen
| Niveau | Stundensatz | Wofür |
|---|---|---|
| Einsteiger | CHF 25–40 | Allgemeine Admin-Aufgaben |
| Erfahren | CHF 50–70 | Spezialisierte Aufgaben |
| Experte | CHF 80–120 | Strategische Unterstützung, Spezialtool-Kenntnisse |
Tipp: Starte nicht zu günstig. CHF 25/Stunde klingt niedrig, aber wenn du 5 Stunden pro Woche pro Kunde arbeitest, bist du schnell ausgebucht. Lieber weniger Kunden zu besserem Preis.
4. Vertragsvorlage
Du brauchst einen einfachen Dienstleistungsvertrag. Wichtige Punkte:
- Stundensatz oder Pauschalpreis
- Umfang der Leistungen
- Kommunikationsregeln
- Datenschutz (wer Zugriff auf E-Mails/Accounts hat)
- Kündigungsfrist
5. Tools einrichten
Als VA brauchst du gute digitale Werkzeuge:
- Kommunikation: Slack, Teams, Zoom
- Zeiterfassung: Toggl, Clockify (kostenlos)
- Projektmanagement: Notion, Asana, Trello
- Buchhaltung: Banana, Bexio oder einfaches Excel
Kunden finden
LinkedIn — der wichtigste Kanal
Optimiere dein LinkedIn-Profil:
- Klarer Titel: "Virtual Assistant | Administrative Unterstützung für Selbständige"
- Beschreibe was du genau machst
- Poste regelmässig Tipps zu Produktivität und Organisation
- Schreib direkt Unternehmern in deiner Zielgruppe
Plattformen
- Malt.ch: Schweizer Freelancer-Plattform
- Upwork: Internationale Plattform, auch Schweizer Kunden
- Fiverr: Für standardisierte Leistungspakete
- selbstaendig-verzeichnis.ch, local.ch: Lokale Sichtbarkeit
Direktakquise
Schreib Selbständige an, die du bewunderst oder die du aus Online-Gruppen kennst. Erkläre kurz, was du machst und wie du helfen könntest. Keine langen E-Mails — 3 Sätze reichen.
Was verdienst du?
Rechenbeispiel:
- 3 Dauerkunden à 15 Stunden/Monat = 45 Stunden/Monat
- Stundensatz CHF 60
- Monatsumsatz: CHF 2'700
- Jahresumsatz: CHF 32'400
Das klingt wenig — ist aber ein guter Einstieg. Mit 5–6 Kunden kommst du auf CHF 50'000–70'000.
Skalierung:
- Stundensatz erhöhen mit Erfahrung
- Pakete anbieten (CHF 800/Monat für 10 Stunden)
- Subunternehmer einsetzen — du koordinierst, andere arbeiten
Steuern und Buchhaltung
Einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung reicht für den Start. Halte alle Einnahmen und Ausgaben fest.
Lege 25–30% für Steuern und AHV zurück.
→ Buchhaltung für Selbständige
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Minimales Startkapital | Stundenlohn begrenzt (Zeit = Geld) |
| Ortsunabhängig | Einsamkeit im Homeoffice |
| Schneller Einstieg möglich | Abhängigkeit von wenigen Kunden |
| Flexible Arbeitszeiten | Schwankende Einkommen |
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