Angebot schreiben Schweiz 2026: Vorlage, Tipps & Muster
Angebot schreiben Schweiz 2026: Kostenlose Vorlage, Pflichtangaben, Formulierungstipps und wie du Angebote schreibst, die Kunden überzeugen.
Ein überzeugendes Angebot zu schreiben ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für Selbständige. Es entscheidet darüber, ob du den Auftrag bekommst oder nicht.
Dieser Artikel zeigt dir: Was muss rein, wie strukturierst du es, welche Formulierungen wirken — und was rechtlich zu beachten ist.
Vorlage: Angebot / Offerte (Muster)
[Dein Firmenname]
[Adresse]
[PLZ Ort]
[MWST-Nr. falls vorhanden]
[Kundenname]
[Kundenadresse]
[PLZ Ort]
[Ort], [Datum]
ANGEBOT Nr. [XXX]
Sehr geehrte/r [Frau/Herr Kundenname]
Vielen Dank für Ihre Anfrage vom [Datum]. Gerne unterbreite ich Ihnen
folgendes Angebot:
---
LEISTUNGSBESCHREIBUNG
Pos. 1: [Leistung 1]
[Kurze Beschreibung, Umfang, Liefertermin]
Preis: CHF ___
Pos. 2: [Leistung 2]
[Kurze Beschreibung, Umfang]
Preis: CHF ___
---
Subtotal exkl. MWST: CHF ___
MWST 8.1%: CHF ___
Total inkl. MWST: CHF ___
---
ZAHLUNGSBEDINGUNGEN
Zahlbar innert 30 Tagen netto.
GÜLTIGKEITSDAUER
Dieses Angebot ist gültig bis [Datum + 30 Tage].
NÄCHSTE SCHRITTE
Bei Auftragserteilung bitten wir um Ihre schriftliche Bestätigung.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
[Dein Name]
[Unterschrift]
[Telefon / E-Mail]
Die 7 Pflichtangaben eines Schweizer Angebots
Ein Angebot muss nicht alle möglichen Felder enthalten — aber diese 7 Punkte sollten immer dabei sein:
1. Absender: Deine Firmendaten
- Firmenname (oder Vor- und Nachname bei Einzelfirma)
- Adresse (Strassenname, PLZ, Ort)
- Kontaktdaten (Telefon, E-Mail)
- MWST-Nummer (wenn du MWST-pflichtig bist)
- UID-Nummer (empfohlen, aber nicht Pflicht)
2. Empfänger: Kundendaten
- Firmenname oder Name der Privatperson
- Adresse
- Ansprechperson (wenn bekannt)
3. Datum und Angebotsnummer
Datum des Angebots — wichtig für Gültigkeitsfristen.
Angebotsnummer: eigenes Nummernsystem (z.B. ANG-2026-001). Ermöglicht späteres Referenzieren.
4. Leistungsbeschreibung
Der wichtigste Teil. Sei konkret und vollständig:
- Was genau wird geliefert? (nicht «Webseite», sondern «Website mit 5 Unterseiten, inkl. Responsive Design, Kontaktformular und SEO-Grundoptimierung»)
- Was ist nicht enthalten? (Grenzen setzen vermeidet Nachforderungen)
- Lieferdatum oder Zeitplan
5. Preise
Immer klar ausweisen:
- Betrag exkl. MWST
- MWST-Betrag und Satz
- Total inkl. MWST
Bei mehreren Positionen: Zwischensummen helfen dem Kunden.
6. Zahlungsbedingungen
- Zahlungsfrist (Standard: 30 Tage netto)
- Vorauszahlung / Anzahlung? (empfohlen bei grösseren Projekten: 30–50% bei Auftragserteilung)
- Zahlungsweise (Banküberweisung, TWINT)
7. Gültigkeitsdauer
Explizit angeben: «Gültig bis [Datum]». Standard: 30 Tage. Warum wichtig? Materialpreise und deine Kapazität können sich ändern.
Angebot strukturieren: 4 Teile
Teil 1: Einleitung (2–3 Sätze)
Bezug auf das Gespräch oder die Anfrage nehmen. Zeigt, dass du zugehört hast.
Beispiel:
«Vielen Dank für unser Gespräch vom 5. April. Wie besprochen, unterbreite ich Ihnen hiermit ein Angebot für die Überarbeitung Ihrer Website mit Fokus auf mobile Optimierung und Ladegeschwindigkeit.»
Teil 2: Leistungsbeschreibung (Hauptteil)
Detailliert, aber verständlich. Vermeide Fachjargon, den der Kunde nicht kennt.
Gut:
«Pos. 1: Neugestaltung Startseite – inkl. 3 Entwürfe, 2 Korrekturschleifen, finale Umsetzung in WordPress. Lieferung innert 10 Arbeitstagen nach Auftragserteilung.»
Schlecht:
«Webdesign-Arbeiten gemäss Besprechung.»
Teil 3: Preisübersicht
Klar, transparent, ohne Überraschungen.
Erwäge Optionen anzubieten:
- Basis-Paket: CHF X
- Standard-Paket: CHF Y (empfohlen)
- Premium-Paket: CHF Z
Kunden fühlen sich wohler, wenn sie wählen können — und du steuerst, was sie wählen.
Teil 4: Nächste Schritte
Klarer Call-to-Action:
«Bitte bestätigen Sie dieses Angebot per E-Mail oder Unterschrift. Wir beginnen dann innert 5 Arbeitstagen.»
Formulierungen, die wirken
Professionell statt trocken
| ❌ So nicht | ✅ Besser |
|---|---|
| «Hiermit übersende ich Ihnen das Angebot.» | «Gerne unterbreite ich Ihnen folgendes Angebot.» |
| «Preis: CHF 2000» | «Pauschalpreis: CHF 2'000 exkl. MWST» |
| «Zahlung: 30 Tage» | «Zahlbar innert 30 Tagen netto ab Rechnungsdatum» |
| «Das Angebot gilt für einen Monat.» | «Gültig bis 9. Mai 2026» |
Wert vermitteln, nicht nur Preis
Erkläre kurz, warum du so vorgehst:
«Für dieses Projekt empfehle ich drei Entwurfsvarianten, damit wir sicherstellen, dass die Lösung Ihrer Marke optimal entspricht.»
Vertrauen aufbauen
Referenz auf frühere Projekte oder Testimonials (kurz, im Anschreiben oder als Anhang):
«Ähnliche Projekte habe ich erfolgreich für [Kundenname] und [Kundenname] umgesetzt.»
Häufige Fehler bei Angeboten
1. Zu vage — lässt Interpretationsspielraum Vage Leistungsbeschreibungen führen zu Scope Creep und Konflikten. Klar definieren, was inbegriffen ist und was nicht.
2. Kein Gültigkeitsdatum Ohne Datum kann ein Kunde dein Angebot Monate später annehmen — zu einem Preis, den du heute nicht mehr halten kannst.
3. Fehlende Zahlungsbedingungen Ohne klare Zahlungsfristen: Kunden zahlen, wann es ihnen passt. Standard immer explizit angeben.
4. Keine Anzahlung bei Projekten Bei Projekten über CHF 2'000: Anzahlung von 30–50% bei Auftragserteilung schützt dich vor Zahlungsausfällen.
5. MWST vergessen MWST-pflichtige Unternehmen müssen MWST separat ausweisen. Fehlende MWST auf Angeboten führt zu Problemen bei der Abrechnung.
Angebot nachfassen — wann und wie?
Viele Angebote werden nicht sofort entschieden. Ein professionelles Follow-up erhöht die Abschlussquote deutlich.
Wann nachfassen?
- 5–7 Tage nach Angebotsversand (wenn keine Reaktion)
- 3–4 Tage vor Ablauf der Gültigkeitsfrist
Wie nachfassen? Kurz und direkt:
«Guten Tag Frau [Name], ich wollte kurz nachfragen, ob Sie mein Angebot vom 9. April erhalten haben und ob Sie Fragen dazu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.»
Kein Druck, keine Aufdringlichkeit — einfach Präsenz zeigen.
Tools für professionelle Angebote
| Tool | Stärke | Kosten |
|---|---|---|
| Bexio | Vollintegriert: Angebot → Auftrag → Rechnung | ab CHF 49/Mo |
| Klara | Einfache Angebote für Kleinunternehmen | ab CHF 0/Mo |
| Word/Pages | Vorlage selbst erstellen | Einmalig |
| Google Docs | Online, kostenlos, einfach | Kostenlos |
| Banana | Buchhaltung inkl. Rechnungen | CHF 99/Jahr |
Empfehlung: Wenn du mehrere Angebote pro Woche schreibst → Bexio lohnt sich. Die Integration von Angebot zu Auftrag zu Rechnung spart viel Zeit.
Rechtliches: Was du wissen musst
Verbindlichkeit
Ein Angebot ist in der Schweiz rechtlich bindend (OR Art. 3–10). Wenn der Kunde es innert der Gültigkeitsdauer annimmt, entsteht automatisch ein Vertrag — auch ohne separaten Vertragsabschluss.
Deshalb wichtig:
- Gültigkeitsdauer setzen
- Nur Angebote machen, die du halten kannst
- Vorbehalte explizit nennen (z.B. «vorbehältlich Materialverfügbarkeit»)
Mündliche Angebote
Mündliche Angebote sind ebenfalls bindend — aber schwer zu beweisen. Schriftlich ist immer besser. Selbst eine kurze E-Mail-Bestätigung reicht.
Aufbewahrungspflicht
Angebote sind Geschäftsdokumente. Aufbewahrungspflicht in der Schweiz: 10 Jahre (OR Art. 958f). Digital oder physisch — beides erlaubt.
→ Offerte erstellen Schweiz: Vorlage → Rechnungsvorlage Schweiz → Buchhaltung Selbständige → Mehrwertsteuer Schweiz: MWST für Selbständige
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